Richtige Kalkdüngung

Richtige Kalkdüngung im Pflanzenbau

Versteckte Ertragsdepression durch mangelhafte Kalkversorgung

Die wenigsten Landwirte stellen grundsätzlich in Frage, dass eine gute Versorgung mit Kalk unerlässlich für die landwirtschaftliche Bodenproduktion ist. Häufig wird jedoch die Kalkdüngung in den tatsächlichen Auswirkungen auf Ertrag, Qualität und damit den Gewinn im Pflanzenbau immer noch maßgeblich unterschätzt.

Eine wesentliche Ursache dafür ist die sehr komplexe und multifunktionale Bedeutung der Kalkdüngung bzw. der damit verbundenen Bodenreaktion. Die Vielzahl der durch richtige Kalkung verbesserten Faktoren entscheiden maßgeblich über den Erfolg im Pflanzenbau. Alle Aufwendungen, wie Bodenbearbeitung, Pflanzenschutz und NPK-Düngung sind erst dann effizient, wenn der richtige pH-Wert am Standort eingestellt ist. Untersuchungen der Kalkwirkung, die auf stark versauerten Böden durchgeführt wurden haben ergeben, dass die versteckten Ertragseinbußen viel größer sind, als man allgemein vermutet.

Nach wie vor gilt also: Zuerst muss die Kalkversorgung stimmen. Immer noch sind große Flächen mit Kalk unterversorgt. Gut versorgte Flächen sind kaum zu finden. Die richtige Information über den Kalkbedarf geben allein Bodenuntersuchung und Kalkbedarfsbestimmung.

Häufig werden die "hohen" Kosten als Grund für eine unterlassene Kalkung genannt. Bei näherem Hinsehen dürfte dieses Argument allerdings keinen Bestand haben. Unterstellt man die Kosten einer Erhaltungskalkung(500kg CaO/Jahr), so sind im Rahmen der Fruchtfolge für die Kalkung zwischen 50 und 100 €/ha einzuplanen. Pro Anbaujahr kostet die Kalkung somit zwischen 12,5 €/ha und 25 €/ha (das entspricht nur 1 bis 2% der gesamten Betriebskosten).

So kannn mit geringem monetärem Aufwand die Ertragsfähigkeit des Bodens gehalten, oder sogar verbessert werden.

1

Ökonomische Bedeutung der Kalkung in der Pflanzenproduktion

Eine unterlassene Kalkung führt langfristig zur Versauerung der Böden und somit zu einer deutlichen Verschlechterung der Ausnutzung aller gedüngten Nährstoffe. Über die Fruchtfolge betrachtet summieren sich die Erlösdifferenzen dann zu erheblichen Beträgen, die die Rentabilität des Ackerbaus insgesamt gefährden (siehe Abbildung).

Welches ist der richtige Kalkdünger

Wie bei allen anderen Produktionsmitteln gilt auch für Kalk: Ein vermeintlich billiger Kalk mit eingeschränkter Wirksamkeit ist oft zu teuer. Wirkt ein eingesetzter Kalk nicht oder nur unzureichend, ist der ökonomische Schaden doppelt zu bewerten. Einerseits fallen Kosten für Produkt und Ausbringung an, andererseits sind trotzdem unkalkulierbare Ertragsdepressionen in der Fruchtfolge vorprogrammiert.

Folgende Anforderungen sind zu stellen:

  • Korrekte Deklaration mit Anwendungshinweisen
  • Hoher Nährstoffgehalt
  • Bei Bedarf Magnesium
  • Unabhängige Kontrolle (DLG-Gütezeichen)
  • Umfassende Fachberatung bei Bedarf
1

Fazit

Ohne geordnete Kalkdüngung ist eine nachhaltige und rentable Pflanzenproduktion nicht möglich.

"Kalk ist nicht alles, aber ohne Kalk ist alles nichts"